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Aktuelles im laufenden Jahr
Der Käuzli Jahresbrief 
   

 


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Aktuelles:

Eva Zoller Morf und  der Zytglogge Verlag proudly present:
 
Selber denken macht schlau 

Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen - Anregungen für Schule und Elternhaus
bereits in 2. Auflage 2011

Rezension von Dr. Mechthild Ralla, PH Karlsruhe

Eva Zoller Morf: Selber denken macht schlau. Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen. Anregungen für Schule und Elternhaus. Oberhofen (Zytglogge) 2010

Wenn der Sprössling die Eltern fragt, warum der ältere Bruder länger am Computer sitzen darf als er, denkt man in der Regel wohl nicht an Philosophieren. Und doch – eine gut begründete Antwort ist nicht leicht. Um eine solche Situation – und nicht nur sie – in einen philosophisch-pädagogischen Zusammenhang zu stellen, gibt Zoller in diesem Buch Anregungen zu Verhaltensweisen, Gesprächsaufbau und schließlich Antworten, die auch von den Kindern ausgehen können. Der Anspruch ist hoch: es geht um eine Einführung in eine „philosophische Pädagogik“ (72).

Die Frage eines Kindes „warum kann ich das nicht haben?“ wird erst einmal als Frage des/der Erwachsenen an sich selber verstanden: Wie berührt ihn/sie diese Frage? Wie könnte die Frage gemeint sein? Wie kann mab sich zu dieser Frage verhalten? – Vielleicht „aus dem Bauch heraus“ antworten, aus zeitgenössischen, religiösen, kulturellen Richtungen – er/sie könnte aber auch erst einmal nicht antworten, sondern zurückfragen und womöglich ein Gespräch beginnen, mit dem Ziel des Selberdenkens auf beiden Seiten. Ist das Philosophieren?

Im Gespräch werden zunächst „kleine“ Fragen (d.h. Wissensfragen) von „großen“ Fragen (zu denen „niemand die Antwort weiß“)  unterschieden. Solche „großen“ Fragen werden in diesem Buch thematisiert. Die angemessene Verhaltensweise solchen Kinder-Fragen gegenüber nennt Zoller „das kleine Philosophieren“. Darunter versteht sie „gründliches, kritisches, kreatives und fürsorglich teilnehmendes Denken“. Die Lehrperson soll darauf achten, dass bei den Erkenntnissuchenden eine Gesprächskultur der Neugier und gegenseititgen Respekts entsteht. Dazu gehören gemeinsam verabredete Gesprächsregeln, sowie die „Werkzeugkiste der schlauen Denker“ (u.a. Beispiele, Gegenbeispiele, das Hinterfragen und Begründen, Annahmen, Folgerungen).  Zoller führt als Erläuterung dieses Ansatzes Ausschnitte an aus der Planung und Durchführung solcher Gespräche  in Kindergärten und Grundschulen, zusammen mit Anleitungen zur Evaluation als Reflexion.

Die Anregungen zu philosophischen Gesprächen mit Grundschulkindern beginnen bei den Berichten der Erfahrungen der Kinder, die sie mit dem Thema haben, dann folgen Begriffsklärung, Sammlung von Meinungen, differenzierte Begründungen, Vermutungen mit Annahmen und deren Folgen – so wie es in anderen Anleitungsbüchern auch beschrieben ist. Zoller fügt diesem Konzept der Förderung der kritisch-kreativen Denkfähigkeiten das des Caring Thinking an, des wertschätzenden, teilnehmenden Denkens, und verbindet so die P4C-Ansätze von Lipman, Sharp, Cam mit dem Ansatz „little p – philosophy for children Hawaii“ – p4cH des in Deutschland noch wenig bekannten Thomas.Jackson.

An mehreren Stellen stellt Zoller Überlegungen an, inwieweit das Philosophieren in der vorgeschlagenen Weise zu Recht als solches genannt werden darf. Solche Reflexionen sind in Veröffentlichungen zur Kinderphilosophie keineswegs selbstverständlich. Sie zeigen, dass Zoller ihrem Anspruch auf fachlich fundiertes, eben philosophisches, Vorgehen gerecht zu werden anstrebt. Die gerade bei „philosophischen Neulingen“ immer wieder auftauchende Frage nach dem Unterschied zwischen Philosophie und Psychologie etwa wird am Beispiel von Gefühlen wie Angst und Mut im kinderphilosophischen Kontext deutlich gemacht. Zoller stellt die Frage nach dem Allgemeinen, Prinzipiellen von Gefühlen. Sie fordert auf zur Reflexion der eigenen emotionalen Erfahrungen und daraus entstehenden Handlungen, und dies gilt selbstverständlich für Erwachsene wie für Kinder. Gerade in diesem Punkt unterscheidet sich Zollers Buch von den meisten anderen philosophischen Anregungsbüchern. 

Ebenso wichtig ist ein weiterer Punkt, in dem sich Zollers Buch von ähnlichen unterscheidet: an keiner Stelle werden Kinder aufgefordert zu (kunstpädagogisch) zweifelhaften Tätigkeiten wie Ausmalen ohne Bedeutung. Und noch in einem Punkt unterscheidet sich Zollers Buch von ähnlichen anderen: es ist der fachliche Hintergrund. Die fachsprachlich sorgfältigen Darstellungen von Informationen über wichtige Personen und Entwicklungen in der Systematik und Historie der Philosophie passen als Exkurse genau zu den inhaltlichen Beispielen. So erwähnt sie zum Beispiel beim Thema Gerechtigkeit sowohl die Nikomachische Ethik des Aristoteles wie auch die Fairness-Ethik von John Rawls.

Wie ein philosophisches Gespräch mit zehn- bis zwölfjährigen Kindern zur Erkenntnistheorie aufgebaut sein kann, wird an der Frage „Wie kommt es wohl, dass es so unterschiedliche Geschichten gibt, die vom Anfang der Welt erzählen?“ vorgeführt. Zusätzlich zu den bereits erwähnten didaktisch-methodischen Ansätzen gibt Zoller Beispiele zu Hebammenfragen für eine Art von sokratischem Gespräch sowie zu Martens´ Fünf-Finger-Modell.

Den weiteren typischen Kant-Fragen nach dem, was ich tun soll und was ich hoffen darf, sind ganze Kapitel gewidmet. So finden sich ausgearbeitete Hinweise zu den Themen Gerechtigkeit, Gehorsam, Wahrheit, Religion, Tod und Trauer, Sinn und Identität – jeweils mit kommentierten Angaben zu entsprechenden Kinderbüchern.

Dieses Buch ist Ausdruck kumulierter jahrzehntelanger Erfahrung im Philosophieren mit Kindern und in der entsprechenden Anleitung Erwachsener. Es soll nicht unerwähnt bleiben, dass die Rezensentin Zollers Anregungen sowohl methodisch wie auch inhaltlich bei Veranstaltungen in Kinderakademien und bei schulischen Projekten überprüft hat und zur Anwendung ohne Einschränkung empfehlen kann.

Der Anspruch, Anregungen zu geben zum Philosophieren mit Kindern und Jugendlichen unter dem Gesichtspunkt einer philosophischen Pädagogik besteht in diesem Buch zu Recht.

 


Kinderphilosophie an der Pädagogischen Hochschule Thurgau (im Kreuzlingen) 

Im Herbst 03 hatte die Pädagogische Hochschule Thurgau in Kreuzlingen ihre Tore geöffnet. Als bisher einzige PH in der Schweiz bot sie von Anfang an das Philosophieren mit Kindern in der regulären Ausbildung für angehende Lehrkräfte der Primarschule und des Kindergartens an.
Deshalb: Wer später Kinderphilosophie unterrichten will, studiert am besten an der PH Thurgau in Kreuzlingen! Mehr dazu auf der Website www.phtg.ch.

 

 

Der Käuzli Jahresbrief 2012:

 
 
S’Käuzli
Dokumentationsstelle für
Kinder- und Alltagsphilosophie
Kirchrain 2, CH-8479 Altikon
+41 (0)52 / 336 22 33
 
Altikon, im Februar 2012 
 
Liebe Käuzli-Freundinnen und -Freunde
 
Es ist so weit: Nach 25 Jahren mit Kinderphilosophie ist s’Käuzli nun selber in die Jahre gekommen: Ab Februar erteile ich noch ein einziges Semester lang das Philosophieren an der Pädagogischen Hochschule Thurgau. Parallel zu meiner letzten Gruppe werden die zukünftigen Kindergärtnerinnen von meiner Kollegin Karin Fasseing-Heim in die "Werkzeugkiste der schlauen Denker und Denkerinnen" eingeführt, während die Vorarlbergerin Maria Rüdisser-Eitzinger, die auch in Hawaii bei Dr. Jackson studiert hat, ihre erste Gruppe von Primarschul-Studierenden in die Methoden der Kinderphilosophie einweiht. Ich bin sehr glücklich darüber, so tüchtige Kolleginnen als Nachfolgerinnen zu bekommen. Zudem freue ich mich auf die Zeit, die dadurch frei wird, denn ungelesene, aber lohnenswerte Bücher stapeln sich seit Jahren auf meinem Nachttisch, und mein neustes Hobby - neben dem Chor der RolandFinkSingers - verlangt mir auch tägliches Üben ab: In Hawaii hatte ich nämlich damit begonnen, die traditionellen Hula-Tänze, welche die alte Kultur der Inseln weiter erzählen, zu lernen... 
 
Beruflich geht es jedoch für mich auch im Pensionsalter weiter mit all den anderen Veranstaltungen, die ich freiberuflich neben der Anstellung als Dozentin schon immer angeboten habe: 
·        Allem voran natürlich die gemütlichen kleinen (Wochenend)-Seminare
und Kurse im Käuzli-Haus und -Garten... (siehe Veranstaltungskalender auf www.kinderphilosophie.ch )
·        die Beratungen von Eltern und Lehrpersonen, insbesondere zu geeigneter Literatur oder Fragen rund um das Thema Kind und Tod...
·        die gelegentlichen Schulbesuche, um Kindergärtner/-innen oder Primarlehrer/-innen vor Ort Starthilfe beim Philosophieren zu geben...
·        die journalistischen Tätigkeiten für allerlei Zeitschriften...
·        die Café Philos im Käuzli und auswärts, da und dort...
·        der Versandbuchhandel und meine Begeisterung für Kinderbücher, die zum Philosophieren anregen...
·        und - wer weiss – vielleicht schreibe ich dann irgendwann auch ein weiteres Buch.
 
Doch damit eilt es mir nicht, weil doch mein drittes, bereits eine zweite Auflage erlebt hat und noch immer zu vielen philosophierenden Eltern und Lehrpersonen gelangen soll.  
 
Ich hoffe auch dieses Jahr wieder auf viele Anmeldungen zu den Seminaren im Käuzli, bei denen ich die drei Teile meines Buches „Selber denken macht schlau“ mit den Teilnehmenden praktisch erarbeiten werde.
Dieses Jahr setze ich einfach etwas andere (vertiefende) Schwerpunkte in jedem der Seminare, so dass auch etwas fortgeschrittenere Eltern oder Lehrpersonen noch weiter lernen können. (Jedes Weekend ist in sich abgeschlossen und endet mit einem öffentlichen Café Philo!)
 
Alle weiteren Angebote zu Veranstaltungen sowie die Inhalte der drei Wochenenden und für das sommerliche Projektseminar im Käuzli und finden Sie wie immer auf der Website.
Es lohnt sich, mal wieder zu surfen und das Käuzli virtuell besuchen! Haben Sie die Fotos des Käuzlihauses und der Anlässe darin und darum herum schon entdeckt?
 
 
Einen herzlichen Gruss und auf baldiges Wiedersehen oder neu Kennenlernen:
 
Ihr Käuzli
Eva Zoller Morf
 
PS: Früher verschickten wir jedes Jahr Einzahlungsscheine zusammen mit den Informationen, damit Sie unsere Arbeit im Käuzli unterstützen konnten. Es würde uns nach wie vor sehr freuen, wenn auf dem Käuzli-Postkonto weitere Beiträge eintreffen. Hier deshalb die nötigen Angaben für edle Spender/-innen:
 
Schweizer Postkonto 40-8522-7 lautend auf s’Käuzli Eva Zoller, Kirchrain 2, CH-8479 Altikon,
oder elektronisch: IBAN CH46 0900 0000 4000 8522 7 / BIC POFICHBEXXX. Danke für Ihre Spende!!
 
  
     

 
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